KONTEXT P r e s s e d i e n s t Kreisverband Herne Nr. 38/ 27.07.2026 Der Wegzug von Radio Herne ist ein Warnsignal Mit Empörung nimmt der BSW Kreisverband Herne die Entscheidung zur Kenntnis, den Redaktionsstandort von Radio Herne spätestens im Sommer 2027 nach Bochum zu verlegen. Auch wenn das lokale Programm zunächst erhalten bleiben soll, bedeutet der Verlust des Redaktionsstandortes einen gravierenden Einschnitt für unsere Stadt aber auch für die Beschäftigten. Ihnen gehört unsere Solidarität. Wichtiger Bestandteil der lokalen Öffentlichkeit Radio Herne ist seit mehr als 35 Jahren ein wichtiger Bestandteil der lokalen Öffentlichkeit. Der Sender berichtet über das politische, kulturelle und gesellschaftliche Leben in Herne, begleitet Vereine, Ehrenamt, Veranstaltungen und kommunale Entscheidungen. Diese Nähe zur Stadt und ihren Menschen war stets seine besondere Stärke. Lokaler Journalismus lebt von kurzen Wegen, persönlicher Präsenz und gewachsenen Kontakten. Eine Redaktion, die künftig außerhalb Hernes arbeitet und gleichzeitig mit mehreren Lokalsendern unter einem Dach organisiert wird, kann diese unmittelbare Nähe auf Dauer kaum in gleicher Weise gewährleisten. Hinzu kommt der angekündigte Personalabbau, der zwangsläufig Auswirkungen auf die Intensität der lokalen Berichterstattung haben wird. Offenbar keine isolierte Entscheidung Nach Auffassung des BSW Herne steht diese Entscheidung nicht isoliert da. Sie fügt sich vielmehr in einen seit Jahren zu beobachtenden Konzentrationsprozess innerhalb der deutschen Medienlandschaft ein. Immer mehr (Lokal-)Redaktionen, technische Bereiche und Verwaltungsstrukturen werden aus wirtschaftlichen Gründen zusammengelegt und an wenigen Standorten gebündelt. Die Folge ist eine schleichende Ausdünnung der lokalen Medienpräsenz. Demokratische Kontrolle schwindet Recherchen entstehen jedoch nicht am Schreibtisch einer zentralen Redaktion. Sie leben davon, dass Journalistinnen und Journalisten täglich vor Ort sind, Vertrauen aufbauen, Missstände frühzeitig erkennen und kommunalpolitische Entscheidungen kontinuierlich begleiten. Wo Redaktionen verschwinden, schwindet auch die kritische Kontrolle kommunaler Machtstrukturen. Besonders nachdenklich stimmt, dass die FUNKE Mediengruppe in Herne sowohl über ihre Tochter Westfunk maßgeblichen wirtschaftlichen Einfluss auf Radio Herne ausübt als auch mit der WAZ das dominierende Printmedium der Stadt verantwortet. Deshalb stellt sich aus Sicht des BSW zwangsläufig eine weitere Frage: Wie lange wird die WAZ-Lokalredaktion noch in Herne bestehen? Norbert Arndt: „Nach dem Wegzug von Radio Herne stellt sich unweigerlich die Frage: Ist dies nur der erste Schritt? Oder droht Herne demnächst auch den Verlust einer eigenständigen WAZ-Lokalredaktion? Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt haben Anspruch auf eine klare Antwort der Verantwortlichen der Funke Mediengruppe. Für Herne wäre dies ein weiterer, erheblicher Verlust. Eine lebendige Demokratie braucht unabhängige Medien, die den Verantwortlichen vor Ort kritisch auf die Finger schauen. Sie braucht Journalistinnen und Journalisten, die die Menschen, die Stadtteile und die kommunalen Probleme aus eigener Anschauung kennen.“ Norbert Arndt BSW Kreisverband Herne BSW-Kreisverband Herne – c/o Norbert Arndt – norbert.arndt@magenta.de – Mobil 0171 5 23 40 68
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